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Feinstaubalarm ade

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Veröffentlicht von in Umwelt · 17 Januar 2020
Tags: FeinstaubalarmLuftreinhaltungStuttgartKuhnNeckartorUmweltzone
Stuttgart ist bislang die einzige deutsche Stadt, die sich im Winterhalbjahr einen Feinstaubalarm leistet. Als solcher vor fünf Jahren eingeführt, sollte er insbesondere die Anzahl der Überschreitungstage mit mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub drosseln. Mit Erfolg: 2016 waren es noch 58 Überschreitungstage am Neckartor, 2017 41 Tage und 2018 mit 20 Tagen erstmals weniger als die gesetzlich zulässigen 35 Tage. Nach den offiziellen Messungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat es im vergangenen Jahr an der Messstelle Am Neckartor 27 Überschreitungstage gegeben. Heute kündigte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), dass deshalb die aktuelle Alarmsaison die letzte sein wird. Ab Mitte April ist der Stuttgarter Feinstaubalarm Geschichte.

"Ich freue mich sehr, dass die Feinstaubwerte in Stuttgart nachweislich unter einem kritischen Wert geblieben sind. Heute kann ich deshalb verkünden, dass wir den Feinstaubalarm ab Mitte April 2020 einstellen werden. Das ist ein großer Erfolg. Ich danke allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben: den Bürgerinnen und Bürger, den verschiedenen Unternehmen und Institutionen sowie dem Land, das sich finanziell engagiert hat", so Kuhn.

Zur Verbesserung der Werte hat ein Bündel an Maßnahmen beigetragen. Dazu gehören die massive Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, die Einführung der Umweltzone, das LKW-Durchfahrtsverbot, die Förderung des Fuß- und Radverkehrs, das Jobticket, verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung, mehr Stadtgrün für das Stadtklima sowie der Feinstaubalarm, so die Stadtverwaltung. Darüber hinaus habe man nichts unversucht gelassen und auch neuen, innovativen Ideen und Projekten zur Luftreinhaltung eine Chance gegeben. Ein Beispiel hierfür ist das Testprojekt Straßenreinigung, bei dem Fahrspuren sowie Gehwege rund um die Messstelle "Am Neckartor" während der Feinstaubalarmperiode in einer Kombination aus Wasserdruckreinigung und Absaugung sowie mechanischer Reinigung behandelt werden. Die nächtliche Straßenreinigung wird noch bis Mitte April 2020 fortgeführt. Mooswände, die versuchsweise an der vielbefahrenen B14 aufgestellt wurden, hatten nicht die erhoffte Filterwirkung. Das übernahmen danach mehrere Luftfiltersäulen, die rund um die Messstelle installiert wurden.

Welchen Anteil der  Feinstaubalarm an den gesunkenen Messwerten hat, lässt sich nicht quantifizieren, so eine Stadtsprecherin. Messergebnisse würden sowohl durch Witterung als auch durch andere Maßnahmen beeinflusst. Zudem sei die Hintergrundbelastung großräumig zurückgegangen.

Mit den sinkenden Werten ist offenbar auch die Wahrnehmung des Alarms gesunken. In den Anfängen des Feinstaubalarms (2016 bis Frühjahr 2017) ermittelte die Verkehrsleitzentrale (IVLZ) eine Verkehrsreduktion von bis zu drei Prozent. Im morgendlichen Berufsverkehr wurde zeitweise sogar ein Rückgang von sechs Prozent gemessen. Seit Herbst 2017 ist der Effekt deutlich geringer. „Es ergab sich eine durchschnittliche Reduktion von etwa einem Prozent“, so die Stadtsprecherin. Auch in den Medien spielt der Alarm kaum noch eine Rolle. Anfangs vermeldete ihn der Verkehrsfunk regelmäßig und rief zum Umstieg auf Busse und Bahnen auf. Heute herrscht an Alarmtagen Funkstille. „Die IVLZ gibt die Alarmmeldung stets an die Radiosender, die Stadt hat aber keinen Einfluss darauf, ob diese sie dann ins Programm nehmen“, so die Stadtsprecherin.



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